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Letztens im Kino (1)

„Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben … Den Rest habe ich verprasst.“

George Best (Irischer Fußballspieler)

Letztens war ich im Kino. Ich war beruflich unterwegs, wusste abends nicht, was ich tun sollte, und wollte mir noch einmal den französischen Erfolgsfilm „Ziemlich beste Freunde“ ansehen. Der Film gefällt sogar mir, auch wenn die  Anfangsszene mit der Autoverfolgung eine ziemlich unappetitliche PS-Protzerei ist. Natürlich hat der Film etwas Märchenhaftes und die wahre Geschichte zwischen dem querschnittgelähmten Champagnerkönig Philippe Pozzo di Borgo und dem Unterschicht-Algerier Abdel Yasmin Sellou wird nicht immer so locker flockig, frech frotzelnd abgelaufen sein, wie im Film gezeigt, und doch lässt er die Hoffnung entstehen, dass sich gerade in der größten Tragik die größte Würde und Gottähnlichkeit des Menschen zeigen kann.

Da fällt mir übrigens noch eine absolut anständige Bewegungsform ein, die ich noch ganz vergessen habe: Handbiking. Ich weiß, Philippe Pozzo di Borgo könnte wegen seiner Lähmung ab dem dritten Halswirbel auch dies nicht mehr, aber für körperlich Behinderte, die zwar nicht mehr ihre Beine, aber dafür noch ihre Arme bestens bewegen können, ist dies eine Fortbewegungsart, die, mit entsprechendem Training, ihren „Rollstuhl“ richtig flott machen kann. Mit so einem  „Rollstuhl“ mit Handkurbel, der übrigens in seiner Urform von einem gehbehinderten 22-jährigen Uhrmacher namens Stefan Farfler aus Nürnberg schon im Jahre 1655 also weit vor der der Draisine (1815) oder dem Fahrrad (um 1860) erfunden wurde, lassen sich Geschwindigkeiten von über 40 Stundenkilometern erreichen. Das schaffen auch mit dem Fahrrad nur die wenigsten.

Ein prominenter Handbiker ist übrigens der ehemalige Formel-1-Fahrer Alessandro Zanardi, der bei einem Unfall auf dem Lausitzring 2001 beide Beine oberhalb des Knies verlor. Nun trainiert er für die Paralympics in London 2012 und scherzt trocken: „Und wenn ich mir jetzt noch einmal die Beine breche, brauche ich nur noch einen Imbusschlüssel.“ Wenn das kein Beweis für die positive emotionale Wirkung von anständiger Bewegung ist.

Hier passend dazu noch ein paar speedige Bilder vom Kölner Handbike Marathon 2010:

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