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Wann kommt der Fahrrad Blockbuster?

Auch schon gehört? Die Raser-Saga „Fast and Furious“ lässt in diesem Frühsommer im Kino alle Konkurrenzfilme hinter sich, egal ob in Deutschland oder USA.

Vielleicht sogar gesehen?

Ich nicht, aber ich denke, ich kann mir den Film ganz gut vorstellen: getunte Karren, coole Machos, heiße Verfolgungsjagden, geile Chicks mit wenig Textil, lockere Sprüche, spektakuläre Crashs. Halt das Richtige, um das Gehirn ohne besondere Anstrengung gut durchzulüften. Halt genauso wie die 4 (!) Vorgänger dieser Reihe wahrscheinlich auch.

Herzlichen Glückwunsch: Gehirn durchlüften finde ich vollkommen okay, hat jeder mal nötig. Aber warum immer mit dem falschen Mist?

Warum gibt es nur „gute“, na sagen wir lieber unterhaltsame, spannende, lustige Filme, in denen Autos die „Mit-Helden“ sind. Jedem von uns fallen, denke ich, sofort mindestens ein halb Dutzend Filme ein, in denen Autos oder Motorräder toll, geil, witzig, fesselnd oder sexy präsentiert werden oder sogar die Hauptrolle spielen und das seit Jahrzehnten: „Herbie“, „Easy Rider“, „Auf dem Highway ist die Hölle los“, „Blues Brothers“, „Cars“, „Christine“, „Tage des Donners“, „Nur noch 60 Sekunden“, „Ronin“, „Transporter“, „Taxi“, „Manta Manta“ (tja, gehört ja auch irgendwie da rein), „Gran Torino“, „Mad Max“, „Thelma und Louise“, „Bad Boys“, „Fast and Furious“ und viele, viele mehr. Ich muss bekennen, dass sogar ich davon eine ganze Reihe gesehen habe und ganz okay fand, wenn auch nicht unbedingt wegen der Wagen.

Warum gibt es keine guten Filme, in denen Fahrräder eine Hauptrolle spielen und witzig, fesselnd oder sexy sind oder vielleicht auch einfach anspruchsvoll und gut? Mir fällt da wenig ein.

Da gibt es die Sch’tis, wo der französische Postbote zumindest viel Fahrrad fährt, den „Flying Scotsman“, einen Film über einen arbeitslosen Schotten, der den Stundenrekord aufstellt, oder „Immer diese Radfahrer“ mit Heinz Ehrhard (für die Jüngeren: das war ein dicklicher, deutscher, spießig wirkender Komiker mit wenig Haar, über den die Deutschen gerne lachten)

Insgesamt wenig und das was da ist, zeigt zwar irgendwie sympathische, aber doch recht seltsame Charaktere, die man eher belustigt anschaut denn als wirkliche Helden erlebt. Eine Ausnahme konnte da vielleicht die „Höllentour“ über Aldags und Zabels Tourerlebnisse darstellen, bis die Doping-Seuche und die zweifelhaften Reaktionen der Fahrer die „Große Schleife“ hierzulande erledigte.

Da ist was zu tun! Da muss dringend was gemacht werden!

Her mit den spannenden oder lustigen oder nachdenklichen oder alles verbindenden Filmen über Fahrräder und Fahrradfahrer, über Radler oder Beißer. Radfahren gehört ins Leben, auf die Straße, ins Kino, in die Köpfe.

Ich habe meinen Teil erledigt und „Blech“ geschrieben (Guckstdu „Blech“). Wenn ich und ihr Glück habt, erscheint es  noch in diesem Jahr. (Ihr könnt euch ja einfach mal bei mir melden, wenn ihr etwas Druck machen wollt. Kann man natürlich auch verfilmen 😉

Ach ja, und falls ich wirklich die guten Fahrradfilme übersehen haben sollte, bitte ich natürlich auch um Aufklärung. Ich bin gespannt.

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Auf die Beißer-Tour!

Allem Anfang liegt ein Zauber inne. (Hermann Hesse)

Gut, dann wollen wir mal sehen, ob der Zauber funktioniert.

Eigentlich wissen wir es ja alle, so kann es nicht weitergehen. Wir leben über unsere Verhältnisse und die unserer Erde. Aber wir tun mal so, als geht uns das nichts an.

Hans-Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimaforschung und Klimaberater der Bundesregierung, beschreibt im FAZ.NET vom 3.5. sehr schön, wie er den Zuhörer in seinen Vorträgen unser meist gedankenloses Verhalten vorführt. Er macht ein kleines Frage-Antwort-Spiel.

1. Glauben Sie, dass es Ihnen heut besser geht als damals Ihren Großeltern? Ein Wald von Armen reckt sich hoch.

2. Glauben Sie, dass es Ihren Enkeln künftig besser gehen wird als Ihnen jetzt? Fast alle Arme bleiben unten.

3. Finden Sie das in Ordnung? Schweigen, vereinzelte Lacher …

Natürlich wissen wir, dass irgendwas falsch läuft, und wir wissen auch, dass wir Teil des Problems sind.

Wir müssen uns, wir müssen unser Verhalten ändern.

Aber wo anfangen?

Ich lade ein auf die Beißer-Tour.

Beißer verzichten (möglichst oft) auf Auto und Flugzeug und bewegen sich stattdessen zu Fuß oder mit dem Rad oder sonst wie durch eigene Muskelkraft.

Wenn Winfried Kretschmann, erster grüner Ministerpräsident in Baden-Württemberg, sagt: „Weniger Autos sind natürlich besser als mehr“, hat er natürlich recht, auch wenn manche das nicht wahr haben wollen.

Warum Beißer?  – abgleitet von Bicycle, schön bissig im Klang, schließlich müssen wir uns gegen Autos und unseren Schweinehund durchsetzen, und nicht zu verwechseln mit Bikern.

In diesem Blog soll nun regelmäßig von meiner Beißer-Tour und meinen Versuchen, andere für das Beißer-Prinzip zu begeistern, berichtet werden.

Auf der Seite „Beißer-Prinzip“ ist der „Imperativ für Bewegung“ noch einmal genauer beschrieben.

Auf der Seite „Blech“ findet sich ein Versuch, sich dem Thema „Beißer“ fiktional zu nähern.

Auf der Seite „Bert van Radau“ stelle ich mich noch mal kurz vor.

Und natürlich freue mich auch, wenn viele zukünftige Beißer diesem Blog und meinen Tweeds folgen.

Euer BertvanRadau

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