Die bösen D’s der passiven Bewegung

Autofahren ist bezüglich der Folgen ähnlich  wie Fernsehen, vor allem, aber nicht nur als Beifahrer.

Also: Unanständige Bewegung, die wir im Folgenden der Einfachheit halber einfach mal mit Autofahren gleichsetzen, macht dick, dumm und dösig.

Fangen wir von hinten an: Autofahren macht dösig.

Um zu  sehen, dass das stimmt, muss man sich nur Babies und Kleinkinder im Auto anschauen. Viele Eltern haben die beeindruckende Erfahrung gemacht, dass man ein Baby stundenlang durch die Gegend tragen, das gesamte Schlafliedrepertoire rauf unter runter gesungen haben kann, ohne dass das süße Kleine einschläft. Dock kaum hat man es in den Kindersitz verfrachtet und den Motor gestartet, kann man so gut wie sicher sein, dass das Purzelchen einschläft. Die Tatsache, dass manche Eltern ihre Babies zum Einschlafen mit dem Auto um den Block fahren, wird nur in vertrautem Freundeskreis gestanden.

Und auch für den Fahrer selbst ist eine monotone Autobahnfahrt sicherlich alles andere als vitalisierend. Nicht umsonst wurde ja der Attention Assist erfunden.

Autofahren macht dumm:

Zum Erlernen des Autofahrens ist sicherlich noch eine gewisse Grundintelligenz nötig, eventuell werden sogar neue Gehirnleistungen erlernt, wie z.B. Erkenntnisse über die Rangordnung im Straßenverkehr. Wie überlebenswichtig dieses Wissen über Hierarchien auf der Autobahn ist, wird uns im Alltag oft gar nicht mehr bewusst. Wenn wir auf der linken Spur fahrend einen Porsche, Ferrari oder BWM im Rückspiegel erkennen, gehen wir instinktiv rüber auf die rechte Spur. Für Touristen, die das erste Mal in Deutschland sind, sieht das anders aus. Auf Autobahnparkplätzen kann man immer wieder Schweiß gebadete Ausländer sehen, die beim ersten Trip auf Deutschlands Autobahnen der grenzenlosen Geschwindigkeit diese Hierarchien im Crashkurs lernen müssen.

Doch sehr bald ist Autofahren generell doch eine eher langweilige Gehirnroutine, die einen so wenig fordert, dass man nach einer stundenlangen Fahrt über die Autobahn überhaupt nicht mehr weiß, was man die letzten 5 Stunden getan hat.

Die Mehrheit der Autofahrer hört während der Fahrt Radio, und man kann wohl kaum behaupten, dass man durch das Hören der „besten Hits der 80er, 90er und von heute“ intelligenter würde. Klar, könnte man auch die Sprachprogramme der Öffentlich-Rechtlichen Sender hören, aber das macht ja wohl nur eine Minderheit. Es ist es halt ähnlich wie mit dem Fernsehen. Das Fernsehen könnte den Menschen intelligenter machen, doch der Mensch entscheidet sich lieber dafür sich verblöden zu lassen.

Ein weiterer Punkt, der zur Verdummung der Autofahrer beiträgt, ist der technische Fortschritt. Man denke nur an Einparkhilfen oder Navigationsgeräte: Vor ihrer Erfindung wurden bei der Routensuche gerade Geschlechterdefizite aufgearbeitet. Während Frauen lernten sich zu orientieren, wurden Männer ermuntert mit Fremden zu sprechen, männlichen Eigensinn zu überwinden und nach Hilfe zu fragen. Und wenn Mann und Frau  als Paar zusammen unterwegs waren, konnten sie bei der Routendiskussion direkt ihre Paar-Interaktion optimieren.

Autofahren macht dick.

Nein, natürlich nicht zwangsläufig, aber doch leicht erkennbar. Auf einer Stundenfahrt auf der Autobahn werden etwa 100 Kilometer zurückgelegt. Dabei verbrennt der Körper etwa 40 Kcal.

Hätte der Mensch die 100 Kilometer sportlich Rad fahrend zurückgelegt, kann man von einem Kalorienverbrauch von ca. 4000 Kcal ausgehen (in 3-6 Stunden).

Hätte der Mensch die 100 Kilometer laufend zurückgelegt, kann man von einem Kalorienverbrauch von ca. 8000 Kcal ausgehen (in ca. 8-12 Stunden).

Ich denke, jeder von uns hat eine klare Vorstellung davon, wie der Mensch, der die Autofahrt präferiert, im Vergleich zum Radfahrer oder Läufer aussieht, der die gleiche Strecke zurücklegt.

Ich weiß, was du jetzt sagen willst: wer läuft denn schon mal eben 100 Kilometer bzw. fährt 100 Kilometer Fahrrad? Ich sag: warum eigentlich nicht? Eigentlich ist der Mensch – mehr oder weniger – dafür gemacht. Einen Steinzeitjäger mit 30 kg Übergewicht kann ich mir da wesentlich schlechter vorstellen.

So das waren meine bösen D’s der passiven Bewegung. Welche bösen D’s oder G’s oder was auch immer fallen euch noch ein?

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