Autofahren ist wie Sex

Nachdem ich zuletzt eine kurze Zitatensammlung zur unglaublich segensreichen Erfindung des Fahrrads zusammen gestellt hatte, möchte ich dies nun für ein anderes Fortbewegungsmittel, das viele kennen werden, nachholen: das Auto. Und weil manche Leser vielleicht meinen könnten, dass dies bei mir nicht ausgewogen geschehen könnte, habe ich darauf geachtet, auch genügend Autobauer und besessene Autofahrer mit in die Auflistung zu nehmen:

  1.  „Ich glaube an das Pferd. Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung.“ (Wilhelm der II., deutscher Kaiser)
  2. „Aus diesem Stinkekasten wird nie mehr werden als ein Spielzeug für Millionäre, die nicht wissen, wie sie ihr Geld wegwerfen sollen.“ (Adam Opel)
  3. „Für viele Männer ist Autofahren wie Sex: Die Frau sitzt teilnahmslos daneben und ruft immer: nicht so schnell, nicht so schnell.“ (Harald Schmidt)
  4. „Eines der besten Mittel gegen das Altwerden ist das Dösen am Steuer eines fahrenden Autos.“ ( Juan Manuel Fangio,  5-maliger Formel 1-Weltmeister)
  5. „Wir bauen die Autos, die keiner braucht, aber jeder haben will.“ (Ferdinand Porsche)
  6. „Die größte Gefahr im Straßenverkehr sind Autos, die schneller fahren als ihr Fahrer denken kann.“ (Robert Lembke)
  7. „Man kann ein Auto nicht wie ein menschliches Wesen behandeln. Ein Auto braucht Liebe.“ (Walter Röhrl, Rallye-Weltmeister)
  8. „Das Auto ist ein Gerät, das es dem Menschen ermöglicht, rascher zur Arbeit zu kommen, deren Ertrag ihm ermöglicht, sich ein Auto zu kaufen.“ (Werner Schneyder, österreichischer Kabarettist)
  9. „Am Anfang war das Benzin und der Vergaser. Dann schuf Gott den Motor und die Karosserie, die Hupe und das Verkehrslicht. Dann betrachtete er sein Werk und sah, dass es nicht genug war. Darum schuf er noch das Halteverbot und den Verkehrspolizisten, und als dies alles geschaffen war, stieg Satan aus der Hölle empor und schuf die Parkplätze.“ (Ephraim Kishon, 1924-2005, israelischer Schriftsteller und Satiriker)
  10. „Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben … Den Rest habe ich verprasst.“ (George Best, irischer Fußballspieler)

Ach überhaupt, Fußballer und Autos,  häufig wird ihnen ja eine besonders innige Beziehung nachgesagt. Deswegen abschließend noch ein paar Fußballer-Zitate, deren Urheberschaft ich leider nicht verifizieren konnte:

Auf die Frage nach seinem nächsten Auto soll Andy Möller geantwortet haben: „7er oder A8, Hauptsache Mercedes.“

Stau ist natürlich auch ein Klassiker für den Autofahrer und hier gibt es natürlich auch ein klassisches Zitat, das das ganze Drama treffend verkürzt: „Hinterm Wagen ist vor dem Wagen.“ (Sepp Herberger)

Die deutsche Lichtgestalt des Fußballs geht mit seinem ihm eigenen sonnigen Gemüt das Thema positiver an: „Staun mer mal.“

 

Oder gleich ordentlich bewegen. VELORUZZER!

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Kluge Köpfe fahren Fahrrad

Ich will ja gar nicht sagen, dass Fahrradfahrer die besseren Menschen sind oder die klügeren oder die verantwortlicheren oder die grüneren oder die sportlicheren oder whatever.

Was aber auffällt, dass vielen schlauen oder zumindest erfolgreichen oder bekannten Menschen ziemlich Treffendes zum Thema Radfahren eingefallen ist. Hier eine nicht sortierte und natürlich unvollständige TopTen von Zitaten zum Radfahren.

  1. „Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden wie beim Fahrrad.“ (Adam Opel)
  2. „Fahrradfahren ist für mich wie ein kleiner Urlaub.“ (Wigald Boning)
  3. „Computers are like bicycles for our minds.“ (Steve Jobs)
  4. „Radfahren kommt dem Flug der Vögel am nächsten.“ (Louis J. Halle)
  5. „Life is like riding a bicycle. To keep your balance, you must keep riding.“ (Albert Einstein)
  6. „Lassen Sie mich erzählen, was ich vom Radfahren halte. Ich denke, es hat für die Emanzipation der Frau mehr getan als irgendetwas anderes auf dieser Welt.“  (Susan B. Anthony)
  7. „Radfahren ist Meditation in Bewegung.“ (Bert van Radau😉
  8. „Zeigen Sie mir ein Problem dieser Welt und ich gebe Ihnen das Fahrrad als Teil der Lösung. (Mike Sinyard)
  9. „Jedes Mal, wenn ich einen Erwachsenen auf einem Fahrrad sehe, zweifel ich nicht mehr an der Zukunft der Menschheit. “ (H.G. Wells)
  10. „Nothing compares to the simple pleasure of riding a bike.“ (John F. Kennedy)

Besten Dank an alle Twitterer und Freunde, die mich direkt oder indirekt auf Zitate gestoßen haben, die hoffentlich alle einigermaßen richtig zitiert sind.

Absolut faszinierend, welch unterschiedliche Köpfe sich Gedanken zum Radfahren gemacht haben und welchen fast magischen Zauber sie der Bewegung auf dem Fahrrad zuschreiben. Wie ich finde mit Recht.

Es lebe die  anständige Bewegung. VELORUZZER!

PS: Natürlich habe ich nicht alle (auch mir bekannten) Zitate aufgelistet. Was ist euer Lieblingszitat? Was sind für euch Zitate, die in einer TopTen pro Fahrrad auf keinen Fall fehlen dürfen?

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Vienna Calling

Man kann ja über das Internet schimpfen, wie man will, oder es auch lassen, aber kleiner macht es die Welt nicht. Und man muss sich dabei nicht einmal bewegen – egal ob anständig oder unanständig.

Ich war schon einmal in Wien, aber das ist lange her, und die Erinnerung daran nicht gänzlich ungetrübt (aber das ist eine andere Geschichte und Nepper, Schlepper, Bauernfänger gibt es überall und wer sich neppen lässt, ist ja auch selber Schuld). Nun ist es aber also – Twitter sei Dank – die Wiener Zeitung bzw. ihr Fahrradblog  Freitritt in Gestalt des Wien-New Yorker Autors Matthias G. Bernold, der sich für mein BLECH interessiert, es wiegt und für gut befindet. Das finde ich natürlich auch, aber noch besser fand ich es, dass ich einige Tage später in einem Interview Gelegenheit bekam, den Gedanken-Kosmos der Beißer und Veloruzzer etwas differenzierter zu beschreiben.

Aber warum gerade Wien? Aus meiner Rhein-Ruhr-Ecke betrachtet ist Wien doch zweifelsohne der am weitest entfernte Flecken im deutschsprachigen Raum. Ist es wohlmöglich ein morbider Humor in BLECH, der die Wiener Seele anspricht? Sind die Wiener (oder New Yorker) einfach weiter als wir? Vielleicht radikaler?

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wer sich als nächstes für BLECH interessiert? Zürich, Hamburg, Berlin?

Oder vielleicht doch Köln, Düsseldorf oder Essen? Also wenn Kölner Stadtanzeiger, Rheinische Post, WAZ oder WZ wollen, schicke ich ihnen gerne ein Rezensionsexemplar. Aber was alle noch nicht haben – so weit ich weiß – ist ein eigener Fahrradblog.

Freitritt_Logo_FarbeDa ist Wien bzw. die Wiener Zeitung also auf jeden Fall weiter. In diesem Sinne noch eine Schlussempfehlung für Freitritt – mit interessanten Tests rund ums Fahrrad und spitzen Kommentaren zur Verkehrspolitik einer Großstadt.

Ach ja, und wer beim Lesen des Titels die ganze Zeit auf Falco gehofft hat, hier ein Link ….

Falco – Vienna Calling (SPECIAL) von goldrausch

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Letztens im Kino (2)

Ich war vorher anständig mit einem Mietrad durch die Stadt gefahren und saß nun zeitig in meinem Kinosessel und freute mich auf den Film („Ziemlich beste Freunde“). Doch leider hielt diese Freude nicht lange an.

Als erstes drückte sich ein dicklicher, schwitzender Mann in einem etwas abgetragenen grauen Anzug an mir vorbei und setzte sich, obwohl noch viele Plätze in der Reihe frei waren, direkt neben mich. Seine Leibesmitte war so gewaltig, dass er seine Beine breit auseinanderstellen musste, so dass sie an meine Knie stießen. Wie selbstverständlich nahm er die Armlehne in Beschlag. Sein Gewicht bereitete offensichtlich seinem Kreislauf Probleme, denn er schnaubte unablässig vor sich hin. Doch weit unangenehmer war der säuerlich-muffige Geruch, der von ihm ausging.

Am liebsten hätte ich mich umgesetzt, aber irgendwie erschien es mir  unhöflich und eine Form von Beleidigung. Außerdem wollte ich meinen Platz nicht einfach hergeben; schließlich war ich zuerst da. Also blieb ich noch sitzen, als sich auf meine andere Seite zwei Frauen setzten, die, wie ich zunächst freudig registrierte, genau das Gegenteil des Herrn zu meiner Rechten präsentierten: jung, bildhübsch, modern großstädtisch gekleidet, ihre T-Shirts in frühlingshaften Grün- und Orangetönen waren tief ausgeschnitten und ihre Röcke kurz. Doch die Freude hielt nicht lange an. Zum einen würdigten mich die beiden Mädels keines Blickes und zum anderen waren sie in bester Stimmung und plauderten in einer Lautstärke miteinander, die eher in ein Café als in ein Kino gepasst hätte. Ich sagte nichts, denn der Hauptfilm hatte ja noch nicht begonnen und wenigstens übertönte ihr Geplapper das Schnauben des Dicken.

Als gerade der Film starten wollte, kam dann die Krönung. Zwei Kerle, groß und breit wie Dirk Nowitzki, setzten sich genau in die Reihe vor mir. Ich sah nix mehr – zumindest nicht von der Leinwand.

Sie können sich diese Szene bestimmt vorstellen, Aspekte davon haben sie bestimmt auch schon erlebt. Da die direkte Sicht versperrt ist, müsste man den Kopf weit nach rechts oder links recken, damit man überhaupt was sehen könnte. Nach rechts zum Dicken will man nicht, weil da kein Platz ist und es da riecht. Nach links zu den Mädles kann man nicht, weil es da laut ist und man unter Umständen noch als „Lauscher“ oder schlimmer noch als „Spanner“ gelten würde. Ich sage nur: eine mehr als unangenehme Situation.

Was sollte ich tun? Das Kino war fast voll. Ich konnte rausgehen, aber schließlich hatte ich ja bezahlt und ob ich das Eintrittsgeld an der Kasse zurückbekommen würde, war ja wohl fraglich. Oder ich konnte mich nach vorne in die erste Reihe setzen und mir den Kopf verrenken. Auch keine wirklich angenehme Option.

 

Aber wissen Sie was? Ich ärgerte mich kaum. Schließlich kenne ich diese Situation ja zur Genüge.

Genau das ist Radfahren in der Stadt!

Dicke, stinkende, lärmende, Sicht nehmende Autos drücken dich als Radfahrer an die Seite. Alte Diesel verpesten die Luft. Aus bunten Mini-Cabrios und 1er BMWs schallen den Unmotorisierten mal die neusten Disco-Hits, mal die angesagtesten Raps entgegen. Laster, Busse und Kleintransporter nehmen den Radfahrern die Sicht und die Vorfahrt. Und alle zusammen tun sie, als gäbe es den Radfahrer praktisch gar nicht. Haarscharf fahren PKWs  und LKWs vorbei, überholen, um sich dann direkt vor dem Radfahrer einzufädeln und ihm die Chance zu nehmen, sich beim nächsten Stopp vorbeizuschlängen. Autotüren werden ohne Rücksicht aufgerissen  und verlangen vom Radfahrer blitzschnelle Reaktionen und eine gute Radbeherrschung, um nicht über die Tür abzuheben.

Da hilft nichts: Man muss sich als Radfahrer ein wenig breiter machen, in die Mitte fahren und wenn die Autos einen links überholen, wenn sie meinen, sie wären schneller, darf ich als Radfahrer das an entsprechender Stelle doch wohl auch.

Das habe ich dann im Kino auch gemacht: Ich habe mich an den beiden Mädels vorbeigedrückt, ihnen dabei noch ein „Ich wollte eigentlich gar nicht so genau wissen, was ihr die letzten Tage getrieben habt“ zugeflüstert, mich dann neben einen der beiden Nowitzkis gesetzt und mir seine Armlehne erobert. Geht doch.

 

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Letztens im Kino (1)

„Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben … Den Rest habe ich verprasst.“

George Best (Irischer Fußballspieler)

Letztens war ich im Kino. Ich war beruflich unterwegs, wusste abends nicht, was ich tun sollte, und wollte mir noch einmal den französischen Erfolgsfilm „Ziemlich beste Freunde“ ansehen. Der Film gefällt sogar mir, auch wenn die  Anfangsszene mit der Autoverfolgung eine ziemlich unappetitliche PS-Protzerei ist. Natürlich hat der Film etwas Märchenhaftes und die wahre Geschichte zwischen dem querschnittgelähmten Champagnerkönig Philippe Pozzo di Borgo und dem Unterschicht-Algerier Abdel Yasmin Sellou wird nicht immer so locker flockig, frech frotzelnd abgelaufen sein, wie im Film gezeigt, und doch lässt er die Hoffnung entstehen, dass sich gerade in der größten Tragik die größte Würde und Gottähnlichkeit des Menschen zeigen kann.

Da fällt mir übrigens noch eine absolut anständige Bewegungsform ein, die ich noch ganz vergessen habe: Handbiking. Ich weiß, Philippe Pozzo di Borgo könnte wegen seiner Lähmung ab dem dritten Halswirbel auch dies nicht mehr, aber für körperlich Behinderte, die zwar nicht mehr ihre Beine, aber dafür noch ihre Arme bestens bewegen können, ist dies eine Fortbewegungsart, die, mit entsprechendem Training, ihren „Rollstuhl“ richtig flott machen kann. Mit so einem  „Rollstuhl“ mit Handkurbel, der übrigens in seiner Urform von einem gehbehinderten 22-jährigen Uhrmacher namens Stefan Farfler aus Nürnberg schon im Jahre 1655 also weit vor der der Draisine (1815) oder dem Fahrrad (um 1860) erfunden wurde, lassen sich Geschwindigkeiten von über 40 Stundenkilometern erreichen. Das schaffen auch mit dem Fahrrad nur die wenigsten.

Ein prominenter Handbiker ist übrigens der ehemalige Formel-1-Fahrer Alessandro Zanardi, der bei einem Unfall auf dem Lausitzring 2001 beide Beine oberhalb des Knies verlor. Nun trainiert er für die Paralympics in London 2012 und scherzt trocken: „Und wenn ich mir jetzt noch einmal die Beine breche, brauche ich nur noch einen Imbusschlüssel.“ Wenn das kein Beweis für die positive emotionale Wirkung von anständiger Bewegung ist.

Hier passend dazu noch ein paar speedige Bilder vom Kölner Handbike Marathon 2010:

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Was ist eigentlich anständige Bewegung (II)

Okay,  Gehen, Laufen,  Walken, Wandern – lauter anständige Bewegungsformen, aber da gibt es doch noch mehr! Klar!

Schwimmen – feucht, aber anständig

Auch eine menschliche Fortbewegungsform ganz  ohne technische Hilfsmittel. Und vor allem auch so gesund, am besten wenn man die Stile kombiniert: Brust, Rücken, Kraul, Schmetterling – wenn man es denn kann  – sind ein perfektes Workout, straffen den Körper und schonen den Rücken. Leider kommt der Mensch im Wasser nicht ganz so gut voran. Deswegen ist Schwimmen für die meisten Leute nicht die präferierte Art, um von A nach B zu kommen, ganz abgesehen davon, dass meist das Gewässer zwischen dem Start- und dem Zielort fehlt.

Tempo: 1-2 km/h

Energieverbrauch: 600 kcal./h

Radfahren – anständig trotz Technik

Der Mensch ist gar nicht so dumm und unanständig. Der Mensch hat auch technische Hilfsmittel erfunden, mit denen man sich anständig bewegen kann. Adam Opel schwärmt vom Radfahren:  „Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden wie beim Fahrrad.“

Sie liegen richtig: Adam Opel ist der Begründer der Opel-Werke, denen wir so wunderbare Autos wie den Corsa, Zafira, Rekord, Kadett oder Manta zu verdanken haben (Was sagt ein Mantafahrer beim Zahnarzt: „ey, boah, ey“).

Der Begründer Adam Opel stand dem Auto damals allerdings eher skeptisch gegenüber: „Aus diesem Stinkekasten wird nie mehr werden als ein Spielzeug für Millionäre, die nicht wissen, wie sie ihr Geld wegwerfen sollen.“ Ob dies einer dieser berühmten historischen Fehleinschätzungen war oder eine zeitlos richtige Charakterisierung des Autos muss jeder für sich selber entscheiden.

Zurück zum Radfahren. Radfahren bietet viele Vorteile. Es geht fast in jedem Gelände, auf der Straße wie auf dem Feldweg, in der Stadt wie auf dem Land, bergab wie (wenn auch etwas beschwerlicher) bergauf.

Dazu bietet es ein ziemlich überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Damit meine ich nicht nur die überschaubaren Anschaffungs.- und Betriebskosten, sondern auch das Verhältnis von selbst einzusetzender Energie und erreichbarem Tempo, das auch über längere Strecken zu halten ist. (Dass dies durch Pedelecs noch weiter zu optimieren ist, lasse ich mal bei der folgenden Aufstellung außen vor.)

Tempo: 15 bis 25 km/h

Energieverbrauch:    15 km/h          450 kcal/h

25 km/h          700 kcal/h

Inlinen – anständiger Konkurrent zum Radfahrer

Nachdem Inliner einige Jahre ständig zu sehen waren, sind sie zuletzt rar geworden und eher in den Sommermonaten auf sportlichen Ausflügen zu sehen. Dabei ist, wer es kann, auf den acht kleinen Rollen gar nicht so langsam unterwegs und zudem kann man  auch recht lange durchhalten. Nachteilig ist, dass Inlinen nur auf richtig glatten und trockenen Ebenen wirklich Spaß macht. Wegen ihrer weit ausholenden Beinbewegungen brauchen Inliner viel Platz, weswegen sie wohl nie die besten Freunde der Radfahrer werden.

Tempo: 10 bis 15 km/h

Energieverbrauch:    15 km/h          550 kcal/h

Neben den genannten Möglichkeiten für anständige Bewegung gibt es natürlich  noch viele, viele mehr, doch sind sie für den Alltag von Normalbürgern eher weniger relevant. Windsurfen, Rudern und Segeln brauchen Wasserläufe (und genug Geld), Reiten ein Pferd (und genug Geld) und Skifahren und Snowboarden genug Schnee und einen Hang, den man nie wieder hinauf fahren muss (was erfahrungsgemäß selten der Fall ist – und genug Geld).

Ob man Sex unter anständiger oder unanständiger Bewegung führt, sei jedem selbst überlassen. Fakt bleibt, man kommt damit nicht voran, auch wenn man immerhin 150 kcal/h (passiv) bis 400 kcal/h (aktiv) verbraucht.

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Was ist eigentlich anständige Bewegung (I)

„Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft.“

Emil Zatopek (tschechischer Langstreckenläufer, 1922-2000)

Was ist denn nun eigentlich anständige Bewegung? Ganz einfach, Sie haben es schon gemacht. Garantiert.

Anständige Bewegung ist jede Bewegungsform, bei der Sie selber Ihre eigenen Muskeln einsetzen. Und da gibt es genug Möglichkeiten.

Gehen, Wandern, Walken  – traditionell anständig

Die Urform der menschlichen Fortbewegung, so lange praktiziert wie der Mensch denken kann. Seitdem der äffische Vorfahr beschlossen hat, den Baum zu verlassen, latscht der Mensch durch die Gegend und sucht sich sein Essen zusammen. Dabei ist er nicht besonders schnell, aber relativ ausdauernd.

Tempo: 4 – 7 km/h

Energieverbrauch:    Gehen 250 kcal/h

Bergsteigen 500 kcal/h

Laufen, Joggen, Running – anständig anstrengend

Ja, jetzt wird es schon etwas Schweiß treibend. Nicht Jedermanns Sache.  Aber auch das Laufen, der schnelle Sprint ebenso wie die lange Strecke, ist in unserem Bewegungsrepertoire tief verankert. Unser Körper erwartet geradezu, dass wir ab und zu mal ein bisschen flotter unterwegs sind. Das Dumme ist nur, dass wir heute so selten Bären treffen, vor denen wir flüchten müssen, oder Rehe, die wir ausdauernd jagen wollen.

Aber der moderne Mensch kann sich zumindest noch mit der Bahn helfen, die gerade wegfahren will. Da stürmen wir schon mal los, hetzen zum Druckknopf, um dann doch meist nur zu erleben, wie die Bahn sich ohne uns in Bewegung setzt.

Immerhin, anständig bewegt.

Tempo: 8-15 km/h

Energieverbrauch:    8 km/h            600 kcal/h

12 km/h          1000 kcal/h

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Radeln im Winter

Radfahren im Winter ist für viele Leute unvorstellbar. Schließlich denken sie bei Radler auch eher an Sommer, an Hitze, an einen kühlen erfrischendens Limo-Bier-Mix. Radler und Winter passt nicht richtig. Beißer und Winter schon eher.

Dabei kann man Radfahren auch im Winter genießen – ja und damit meine ich den wirklichen Winter, den wir hatten – mit minus 20 Grad und zugefrorenen Seen und eisigem Wind und Schnee und allem, was den Winter zum Winter macht…

Alles eine Frage der Einstellung. Es zählt ja „nur in deinem Kopf“. Okay, die schmerzenden, kalt gefrorenen Hände können einen schon einmal daran erinnern, dass der Mensch mehr als nur sein Hirn ist …. oder einfach daran, beim Radfahren die Handschuhe anzuziehen.

Aber es gibt verdammt gute Gründe für Radfahren im Winter:

  • Schneeflocken mit dem Mund fangen
  • Endlich kann man mal übers Wasser abkürzen
  • Dampfende Lokomotive spielen
  • Arktische Grenzerfahrungen ohne Reise zum Nordpol genießen
  • Man muss nicht warten, bis die Heizung warm wird.
  • Ein Beißer muss tun, was ein Beißer tun muss.
  • Endlich macht es mal Sinn, die Handschuhe anzuziehen.
  • Man kann zur Seite schneuzen, ohne andere Buspendler oder Fahrradfahrer zu treffen.
  • Manchmal muss man doch zur Arbeit.
  • Man kann im Schnee Linien malen.
  • Keine Fliegen im Mund (danke @ruhrmad)
  • Endlich kann man mal richtig Dampf ablassen.
  • Man muss keine Scheiben frei kratzen.
  • Fahrradsucht (danke @velospinner)
  • Man merkt, ob man noch was spürt.
  • Im Sommer kann jeder.
  • Sonst denken die Autos, sie hätten gewonnen.

Und wichtige Gründe vergessen?

Fast schade, dass der Winter nun vorbei ist ….

Zum Glück gibt es genug Gründe für Radfahren im Frühling …,

und im Sommer …

und im Herbst. …

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Warum fahren Sie Auto?

Sie sind Autofahrer? Gelegentlich, regelmäßig, vielleicht sogar täglich?
Nicht tragisch, Sie sind nicht allein. Millionen von Deutschen bewegen sich täglich mit dem Auto durch die Gegend, manchmal nur für wenige Kilometer auf dem Weg zum Supermarkt, zum Friseur oder zum Briefkasten.
Warum tun sie das? Warum legen Millionen von Deutschen täglich Strecken mit dem Auto zurück, die sie problemlos zu Fuß schaffen würden?

Weil das Auto da ist!

Ein berechtigter Grund. Das Auto steht da, bereit, vor der Tür oder in der Garage, glänzt einladend vor sich hin, die weichen Polster locken, die Musikanlage möchte die Ohren umschmeicheln. Das Auto ist ein Stück Zuhause, mit dem wir uns durch die Welt bewegen, geborgen, sicher, erhaben, vertraut riechend, behaglich wie die Lieblingsecke auf der Fernsehcouch.

Wegen der Nachbarn!

Tja, was tun wir nicht alles wegen der lieben Nachbarn. Zum einen fahren die ja schließlich auch Auto, wo sie können. Zum andern würden die sich doch sehr wundern, wenn man plötzlich ohne ein standesgemäßes Auto da stünde oder es nicht fahren würde. Kann man sich es nicht mehr leisten? Hat man den Führerschein verloren – wegen zu schnellen Fahrens oder etwa Alkohol? Nein, nein, nein, allein der Nachbarn wegen gehört ein Auto und das Autofahren zu unserem Leben.

Weil es so schön bequem ist!

Oh ja, der Mensch ist in Wirklichkeit ja doch nur eine faule Sau. Positiv und wissenschaftlicher könnte man vielleicht doch von einem hocheffizienten Kaloriensparer sprechen, denn die Tage waren für den Menschen nicht immer so rosig und satt wie in unserer modernen Zeit. Nein, in den noch gar nicht so fernen Tagen als der Mensch noch als Sammler und Jäger unterwegs war, war das Haushalten mit den eigenen Reserven eine wichtige Überlebensfähigkeit.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Wir jagen keinem Wild mehr hinterher und klauben auch nicht mehr mühsam ein paar Waldbeeren zusammen, um satt zu werden.

Der moderne Mensch fährt mit dem Auto zum Fast-Food Drive-In.
Zeit: 40 Minuten: 15 min Hinfahrt, 10 min Essen, 15 min Rückfahrt
Energieverbrauch: 0,5 l Benzin
Energieaufnahme: ca. 2000 kcal

Ergebnis: Übergewicht und schlechte Laune

Oder habe ich etwa einen Grund vergessen?

Spaß … am Stau?

Das Stadtviertel mit Musik beschallen?

Radfahrer jagen?

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Beste Beißer-Tweets 2011

Das Jahr ist (so gut wie) vorbei.  Zeit der Rückblicke. Die 10 schönsten Momente, die 10 peinlichsten Plagiate, die 10 witzigsten Werbeversprecher, die 10 nervigsten Nachrichten, die 10 assigsten Autos …

Da darf diese 10er Liste natürlich nicht fehlen.

Meine besten Beißer-Tweets 2011:

10. Das Schild „Radfahrer absteigen“ ist ja wohl eine offene Kriegserklärung.

9. Radfahren ist Meditation in Bewegung. Ich mach Meditationswochenende.

8. Beißer heißen Beißer, weil man Blechen manchmal die Zähne zeigen muss.

7. Radfahren ist wie passiv rauchen. Euer Autofahren gefährdet meine Gesundheit. Wie wär’s mitVerbot?

6. Beißer haben keinen Gegenwind. Sie trainieren mit Widerstand.

5. Falls ihr gestern nach der Fahrradtour gekotzt habt, lag das nicht am Fahrrad. Ich könnt es ruhig noch mal probieren. #vatertag

4. Autos werden immer dicker. Ich sage: Macht euch dünne.

3. Ich schwing mich jetzt auf das überlegene Fortbewegungsmittel. Und ab nach Hause. #fahrrad

2. Beißer schauen lieber auf Autos herab, als dass sie drunter liegen.

1. Na, wieder falsch bewegt? Nein ich mein nicht „Dein Rücken“, ich mein „Dein Auto“.

Na, was meint ihr? Gute Auswahl? Richtige Reihenfolge? Einen vergessen? Habt ihr noch einen?

Neue bissige Beißer-Tweets von mir gibt es in 2012.

Be wiser! Be Beißer!

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